Glühende Hitze und spannende Entdeckungen beim Tag der Artenvielfalt des FNL e.V. in Völkersweiler

Am vergangenen Samstag fand der erste Tag der Artenvielfalt des Fördervereins Naturschutz und Landwirtschaft (FNL e.V.) auf dem Josefshof in Völkersweiler statt. Durch das Programm führten die Umweltwissenschaftlerin Annalena Schotthöfer und der Biologe Oliver Röller. Von früh am Morgen bis spät in die Nacht gelangen spannende Entdeckungen seltener Tiere.

Abbildung 1: Naturbegeisterte auf Entdeckungstour

Trotz großer Hitze fanden sich über den Tag verteilt rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Josefshof ein, um an den verschiedenen Exkursionen teilzunehmen, bei denen die Bedeutung der extensiv genutzten Wiesen und Weiden für die Artenvielfalt im Pfälzerwald herausgestellt wurde.

Bei der Vogelexkursion am frühen Vormittag konnten wir u.a. den Turmfalken nach seinem Jagdflug beim Verspeisen einer Maus und drei Neuntöter aus nächster Nähe beobachten. Letzterer ist der Charaktervogel der extensiv genutzten Wiesen- und Weidenlandschaft.

Bei der Schmetterlingsexkursion konnten wir u.a. den Braunen Feuerfalter, den Kurzschwänzigen Bläuling, mehrere Hauchelbläulinge, die beiden in Rheinland-Pfalz heimischen Ochsenaugen-Arten und das Kleine Wiesenvögelchen beobachten.

Abbildung 2: Der Kurzschwänzige Bläuling (Cupido argiades) als Vertreter der tagsüber nachgewiesenen Schmetterlingsarten

Bei der Heuschrecken-Exkursion war das Highlight eine Gottesanbeterin. Diese ist bekanntlich ein Klimagewinner, der sich in der Pfalz immer weiter ausbreitet. Die typische Körperhaltung und Fortbewegung dieser Art konnte von den Exkursionsteilnehmern eingehend beobachtet werden. Da es in den Wiesen- und Weidenflächen von Kleininsekten und Spinnen geradezu wimmelt, findet die Gottesanbeterin dort einen reich gedeckten Tisch.

Zwischendurch nahm Andrea Burkhard alle Interessierten mit zu ihren Galloways. Auf der Weide gab es viele spannende Infos rund um diese robusten Tiere, die zur Freude der Besucher in den letzten Wochen einige Kälbchen zur Welt gebracht hatten.

In der Nacht hat dann der harte Kern (4 Personen) ab 22 Uhr noch geleuchtet und Nachtfalter angelockt und bestimmt. Dabei konnten einige Arten nachgewiesen werden, von denen Vorkommen aus dem Wasgau bisher weitestgehend fehlen.

Abbildung 3: Die Achateule (Phlogophora meticulosa) als Vertreter der in der Nacht entdeckten Schmetterlingsarten

Die neu gewonnen Informationen wurden an den Arbeitskreis Insektenkunde in Rheinland-Pfalz weitergegeben. Deren Vorsitzender Dr. Michael Ochse schreibt zu einem besonderen Fund, der uns gelungen ist, dem Kreuzblumen-Bunteulchen (Phytometra viridaria):

„Aus den letzten zwei Jahrzehnten liegen nur drei Fundmeldungen (aus der Pfalz!) vor. Auch wenn die Art bei uns nur auf der Vorwarnliste steht, lässt dies vermuten, dass sie stark rückläufig ist und im Rheintal (auch auf Baden-Württemberger Seite) fast oder ganz verschwunden zu sein scheint. In Baden-Württemberg ist sie insgesamt rückläufig. Im Pfälzerwald haben wir noch Erfassungslücken, trotzdem ist von einer starken Gefährdung dort auszugehen. Die obligate Bindung an Polygala spec. und deren Rückläufigkeit durch Nutzungsaufgabe oder -umwandlung von Wiesen und Weiden lässt vermuten, dass hierin die Ursache des starken Rückgangs liegt.“

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